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Seit dem Beginn des neuen Schuljahres gilt an Österreichs Schulen ein neuer „Grundsatzerlass zur Sexualpädagogik“.

Wir haben uns schon vor dem Sommer sehr intensiv mit diesem Erlass auseinander gesetzt und unser Statement dazu veröffentlicht. Aktuell wird das Thema wieder von den Medien aufgegriffen, was wir als sehr wichtig erachten. Das Thema ist brisant und heikel – das Thema darf nicht von der „Bildfläche verschwinden“, nur weil es uns unangenehm wird darüber zu sprechen. Sexualität geht uns ALLE* an.

Aktuelle Links dazu:

ORF.at vom 15.10.2015

ZIB magazin vom 14.10.2015 (via Gabriele Rothuber)

DER GRUNDSATZERLASS SEXUALPÄDAGOIK DES BMBF: SCHWÄCHEN UND CHANCEN EINES POSITIONSPAPIERS.

Mit dem vom Bundesministerium für Bildung und Frauen kürzlich als Rundschreiben veröffentlichten Grundsatzerlass Sexualpädagogik wurde ein längst überfälliger, erster Schritt getan, um eine zeitgemäße, positive pädagogische Haltung gegenüber der sexuellen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu fördern und die sexualpädagogische Arbeit in Bildungseinrichtungen als integrativen Bestandteil eines modernen Bildungssystems zu verankern. Dieses grundsätzliche Bekenntnis darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es dem Grundsatzerlass Sexualpädagogik in seiner aktuellen Form an konkreten, weiterführenden Handlungsansätzen fehlt und die Verantwortung über die Art und Weise, wie diese Empfehlungen umgesetzt werden sollen, alleine an Lehrpersonal, Eltern, Erziehungsberechtigte und Schulleiter*innen weitergereicht wird.

Sexualität ist weder männlich, noch weiblich noch sächlich. SEXUALITÄT IST PERSÖNLICH.

Sexualerziehung braucht aber eben mehr, als nur systematische Zusammenarbeit – sie braucht vor allem profund geschulte Lehrkräfte und externe Experten*Expertinnen, die sich diesem immer noch tabuisierten Thema selbst- und vielfaltsbewusst annehmen. Das ist eine der wesentlichsten Voraussetzungen, um die vielen wertvollen didaktischen Möglichkeiten zur Umsetzung dieses Erlasses auszuschöpfen.

Es gilt einen anonymen und sicheren Raum zu schaffen, um über Vertrauen, Beziehungen, Lust- und Unlustempfinden, Liebe uÄ zu sprechen und den Unsicherheiten und Ängsten ausreichend Platz einzuräumen. Denn Sexualität ist stark verwoben mit der eigenen Persönlichkeit und kann aus keinem Lebensbereich ausgeklammert werden. Es kommt nicht nur darauf an, welche Inhalte vermittelt werden, sondern auch wie und aus welchen Gründen sie vermittelt werden – und welche Grundhaltung dabei im Vordergrund steht.

„SEXUALITÄT? LEBEN!“
Sexuelle Bildung ist alles. Außer „voll Porno“!

Als Zusammenschluss von Sexualpädagogen*Sexualpädagoginnen aus ganz Österreich sieht der Verein liebenslust seine Aufgabe darin, den gesellschaftlichen und emotionalen Herausforderungen, die mit Belangen rund um Geschlechter, Begehren und Formen von Sexualitäten verknüpft sind, in all ihrer Vielschichtigkeit ganzheitlich, wissenschaftlich fundiert und im besten Wortsinne „lustvoll“ zu begegnen. Unsicherheiten und Tabus nicht nur

an Schulen, sondern in allen Bildungs- und Lebensbereichen, aufzubrechen, Vielfalt zu fördern und als Ansprechpartner*innen für Schulen, Eltern, Ämter und Medienvertreter*innen neue Sichtweisen und Zugänge zur breiten Thematik von Geschlecht Sein über körperliches Erleben bis hin zu Beziehungserleben und sexueller Lust oder Unlust zu eröffnen.

Sexualität braucht Intimität und zwar ganz öffentlich.

liebenslust ist keine klassische Beratungsstelle, sondern vielmehr Multiplikator*innen- und Kompetenzzentrum, dessen Beratungs- und Begleitungsangebote sich an alle Alters- und Personengruppen richten, die sich mit Sexualitäten auseinandersetzen möchten. In den von liebenslust angebotenen Workshops und Seminaren stehen stets die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Bezugsgruppen – von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, älteren Menschen in deren Vielfalt – mit oder ohne körperlichen und/oder geistigen Beeinträchtigungen – im Fokus. Ziel ist es, ergänzend, begleitend und unterstützend zu agieren und einen altersadäquaten, barrierefreien Zugang und Umgang mit Gefühlen wie Hemmnissen und Ängsten, Neugier oder Lust in Bezug auf Sexualitäten zu fördern.

Gerade im Hinblick auf den bereits angesprochenen Grunderlass der Sexualpädagogik sehen wir als Zentrum für Sexuelle Bildung unsere Aufgabe mehr denn je darin, die davon betroffenen Bezugspersonen und deren Anliegen ernst zu nehmen, abzufedern und Wege zu erarbeiten, wie professionelle, altersgerechte, weltoffene Sexualpädagogik auch an Schulen umgesetzt werden kann und Sexualität nicht mehr (nur) als Gefahrenquelle, sondern als wichtige Grundlage für die Persönlichkeitsentwicklung betrachtet wird.

Als wissenschaftlich arbeitender Verein, der sich diesem vielfältigen Themenbereich annimmt, tragen wir mit unseren Bildungsangeboten entscheidend dazu bei, dem Prinzip der lebenslangen Sexuellen Bildung mit konkreten Inhalten Rechnung zu tragen.

Für Fragen zu aktuellen Angeboten und unseren Tätigkeitsbereichen und Zielsetzungen stehen wir selbstverständlich gerne zur Verfügung.