ehrlich, direkt und #unaufgeregt

Seit zwei Jahren wird der Umgang mit dem Thema Sexualpädagogik an Schulen in Österreich medial und politisch sehr kontroversiell diskutiert. Die Praxis der Sexuellen Bildung in Österreichs Schulen ist divers, unterschiedlich strukturiert und organisiert.

Gewisse Grundstandards sollten uns allen dabei wichtig sein. Wie etwa das Bekenntnis, altersgemäß und menschenrechtsbasiert zu handeln, Personen in ihrer Entscheidungsfreiheit nicht einzuschränken, ihnen fundierte Informationen zukommen zu lassen und niemanden im ethisch-moralischen Sinne instrumentalisieren oder ausschließen zu wollen. 

Sexuelle Bildung Ist politisch

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Sexuelle Bildung bietet in vielen Bereichen hilfreiche Tools, die schulische Aufklärung ist einer davon.

„Die Frage, was im schulischen Kontext für Lehrpersonen, Schüler*innen und Eltern hilfreich ist, sollte gestellt und unaufgeregt und gelassen diskutiert werden,Es geht vor allem darum Standards festzulegen und uns gut zu überlegen, was wir Jugendlichen für ihre Zukunft mitgeben wollen“.so Heidi Fuchs, Geschäftsleiterin vom Zentrum für Sexuelle Bildung.

„Gerade weil Sexuelle Bildung gesellschaftspolitische Errungenschaften zum Inhalt hat, wird sie immer wieder instrumentalisiert, meist auf Kosten bereits benachteiligter Menschen“, so Michaela Urabl, Obfrau vom Zentrum für Sexuelle Bildung.

Sexuelle Bildung in der Schule ist und bleibt eine Errungenschaft

„Dass Sexualpädagogik ein heißes Eisen ist, ist nicht neu, das wird sie ein Stück weit auch bleiben. Gut so: das zeigt auf wie wichtig eine gründliche, wertschätzende und umfassende Perspektive auf das Thema ist, eben auch in den diversen pädagogischen und psychosozialen Ausbildungen“, so Urabl weiter.

Wir halten es in der aktuellen Situation für angebracht, im schulischen Kontext vor allem folgende Aspekte zu reflektieren:

  • Sexualität ist Querschnittsmaterie im Lehrplan: es könnte klarer herausgearbeitet werden, welche konkreten Inhalte behandelt werden und welche Unterstützung dafür in Aus- und Weiterbildung benötigt wird. Externe Sexualpädagogik ist ein Teil von vielen und kann in der Schule realis
    tischerweise über impulsgebende Zusatzangebote nicht hinausgehen. In welchem Verhältnis stehen schulische Inhalte zu externen Angeboten?
  • In welcher Reihenfolge werden Inhalte angeboten und zu welchem Zeitpunkt im Lehrplan finden diese statt, sind Ergänzungen von externen Personen stimmig?
  • Stützen diese Angebote den präventiven und gesundheitsfördernden Charakter und tragen damit zur Selbstbestimmung bei?
  • Sind die Angebote altersadäquat, die Teilnahme freiwillig und wurden Eltern, Lehrpersonen und Schüler*innen vorab ausreichend informiert?

„Wir sind davon überzeugt, dass es Angebote und Formate der Sexuellen Bildung gibt und geben kann, die aktuelle Fragestellungen und eventuelle Verunsicherungen sehr gut im schulischen Rahmen aufgreifen können“, so Heidi Fuchs. „Transparenz ist dabei sicherlich ein wichtiges Stichwort: der generationenübergreifende Dialog in Bezug auf schulische Aufklärung ist ein wichtiger Aspekt, der die Chance für Verständnis beinhaltet“.

Das Team des Zentrums für Sexuelle Bildung, Kommunikations- und Gesundheitsförderung ist ausbildend tätig, arbeitet im Bereich der Konzeptentwicklung mit Institutionen zusammen, beschäftigt sich auf internationaler Ebene mit der Bedeutung von Informationsgestaltung im Bereich sexueller Aufklärung, entwickelt innovative Projekte, ist beratend tätig und arbeitet mit jungen Menschen.

Rückfragen an: Heidi Fuchs, Geschäftsleitung Lil* – Zentrum für Sexuelle Bildung, Kommunikations- und Gesundheitsförderung

hallo(at)zentrumfuersexuellebildung.at, 0677 61979935

Graz, 18.6.2019

Petition für qualitätsvoll Sexualpädagogik an Österreichs Schulen

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